Bestattungskosten in Deutschland liegen im Durchschnitt zwischen EUR 3.000 und EUR 10.000. Für viele Familien ist das eine enorme finanzielle Belastung. Eine Sterbegeldversicherung deckt diese Kosten ab — ohne Risiko oder Aufwand. Unser Test 2026 zeigt, welche Anbieter am besten sind und für wen die Versicherung sinnvoll ist.
Warum wurde das Sterbegeld 2004 abgeschafft?
Bis 2004 zahlten die gesetzlichen Krankenkassen Sterbegeld — meist EUR 500 bis EUR 750. Dieser Betrag sollte die Bestattungskosten teilweise decken.
Im Zuge von Kosteneinsparungen schaffte die Regierung das Sterbegeld ab. Grund: Der Bürger sollte stärker selbst vorsorgen. Seitdem müssen Angehörige die Bestattungskosten selbst tragen — es sei denn, sie haben eine private Sterbegeldversicherung abgeschlossen oder einen Bestattungsvorsorgevertrag abgeschlossen.
Was ist eine Sterbegeldversicherung?
Eine Sterbegeldversicherung ist eine Kapitalversicherung, die nach dem Tod des Versicherten einen vereinbarten Betrag auszahlt. Typische Versicherungssummen liegen zwischen EUR 5.000 und EUR 20.000.
Funktionsweise:
- Der Versicherte zahlt monatliche Beiträge (z.B. EUR 15–30).
- Im Todesfall zahlt die Versicherung die volle Versicherungssumme an den Begünstigten.
- Die Auszahlung erfolgt schnell (meist innerhalb von 2–4 Wochen).
- Das Geld kann für beliebige Zwecke verwendet werden — nicht nur für die Bestattung.
Vergleichskriterien: Worauf kommt es an?
1. Versicherungssumme
Typische Höhe: EUR 10.000–15.000. Das deckt die meisten Bestattungskosten ab. Männer können höher versichern (bis EUR 25.000), wenn Risiken wie große Familie vorhanden sind.
2. Wartezeit
Die meisten Versicherungen haben eine Wartezeit von 4 Wochen. Das bedeutet: Stirbt der Versicherte in der ersten Woche nach Abschluss, wird nur die gezahlte Prämie zurückerstattet. Dies ist eine Überprüfung gegen Missbrauch.
3. Gesundheitsprüfung
Manche Versicherer haben Gesundheitsfragen, andere nicht. Ohne Gesundheitsprüfung: DELA (ab 45 Jahren), SOLIDAR (gewisse Alter). Mit Gesundheitsprüfung: Die meisten Anbieter. Dies kann für ältere oder kranke Menschen problematisch sein.
4. Dynamik / Anhängerschaft
Einige Versicherer bieten jährliche Erhöhungen der Versicherungssumme (z.B. 2% pro Jahr), ohne dass die Prämien signifikant ansteigen. Dies ist vorteilhaft gegenüber Inflation.
5. Überüberschussbeteiligung
Gewinn-partizipation: Der Versicherte erhält am Ende Gewinnbeteiligungen der Versicherung. Dies ist bei etablierten Anbietern wie Die Bayerische und ERGO üblich.
Top-Anbieter 2026
1. DELA — Testsieger für Kundenservice
Besonderheiten: Spezialisiert auf Sterbegeldversicherung, breite Altersacceptance (ab 18 bis 85 Jahren), einfache Antragstellung ohne aufwendige Gesundheitsprüfung (ab 45 J.).
Versicherungssumme: EUR 3.000–25.000. Monatsbeitrag: ca. EUR 15–35 (Alter 60 J., EUR 10.000 Summe)
2. Monuta (jetzt DELA-Tochter, 2024 Übernahme)
Besonderheiten: Früher eigenständig, jetzt unter DELA-Däche. Weiterhin mit eigenem Tarif und Kundenstamm. Guter Kundenservice, breite Altersacceptance.
Tipp: DELA und Monuta sind heute gleichwertig. Monuta behält aber eigenen Namen für Kundentreue.
3. SOLIDAR — Günstigste Prämien
Besonderheiten: Preiswert, ohne Gesundheitsprüfung (bis bestimmtes Alter), schnelle Bearbeitung. Gut für jüngere und mittelalte Menschen.
Versicherungssumme: EUR 1.000–20.000. Monatsbeitrag: ca. EUR 10–20 (Age 60, EUR 10.000)
4. Die Bayerische — Traditioneller Anbieter
Besonderheiten: Etablierte Versicherung seit über 100 Jahren. Solide, aber etwas teurer. Gute Überschussbeteiligung. Geschäftliche Sicherheit.
Monatsbeitrag: ca. EUR 18–35
5. ERGO — Großkonzern mit Vielfalt
Besonderheiten: Teil der Allianz-Gruppe. Breites Angebot (von günstig bis Premium). Gute Beratung. Überschussbeteiligung.
Monatsbeitrag: ca. EUR 15–40
6. Nürnberger — Regionale Stärke
Besonderheiten: Besonders beliebt in Bayern und Süddeutschland. Gute Service-Zenträn. Mit Gesundheitsprüfung.
Vergleichstabelle der Top 5 Anbieter
| Anbieter | Wartezeit | Max. Summe | Prämie (60J.) | Dynamik |
|---|---|---|---|---|
| DELA | 4 Wochen | EUR 25.000 | ca. EUR 22 | Ja, 2% |
| Monuta | 4 Wochen | EUR 20.000 | ca. EUR 20 | Ja |
| SOLIDAR | 4 Wochen | EUR 20.000 | ca. EUR 14 | Nein |
| Die Bayerische | 4 Wochen | EUR 20.000 | ca. EUR 25 | Ja, Überschuss |
| ERGO | 4 Wochen | EUR 25.000 | ca. EUR 24 | Ja, Überschuss |
Angaben ohne Gewähr — Preise ändern sich. Stand 2026. Kontaktieren Sie die Versicherer für aktuelle Tarife.
Wer sollte eine Sterbegeldversicherung abschließen?
Sehr sinnvoll für:
- Alle Menschen ab 50 Jahren — die Prämien sind noch erträglich.
- Menschen mit geringen Ersparnissen — um die Familie zu schützen.
- Freiberufler und Selbstständige — ohne betriebliche Altersversorgung.
- Alleinerziehende — zur Absicherung der Kinder.
Weniger sinnvoll: Gesunde Menschen unter 40 mit großen Ersparnissen können auch durch Sparpläne (Tagesgeld) vorsorgen.
Alternativen zur Sterbegeldversicherung
1. Bestattungsvorsorgevertrag
Direkt beim Bestatter abgeschlossen. Versichert die Bestattungskosten zum heutigen Preis. Vorteil: Kostensicherheit. Nachteil: Geld ist gebunden.
2. Notfall-Tagesgeldkonto
Sparplan ohne Versicherung. Sie legen monatlich Geld beiseite (z.B. EUR 10.000 in 5 Jahren). Vorteil: Flexibilität, keine Wartezeit. Nachteil: Risiko des Todes vor Ansammlung.
3. Testament mit Kostenvorkehrungen
Im Testament angeben, dass bestimmte Personen oder die Erbschaft die Bestattungskosten tragen sollen. Nachteil: Im Erbfall oft strittig.
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Monatliche Beiträge für EUR 10.000 Versicherungssumme, bei DELA:
- Alter 40: ca. EUR 6–8/Monat
- Alter 50: ca. EUR 10–12/Monat
- Alter 60: ca. EUR 20–25/Monat
- Alter 70: ca. EUR 35–50/Monat
- Alter 80: ca. EUR 60–80/Monat
Die Prämien steigen mit dem Alter. Je jünger beim Eintritt, desto besser der Preis über die gesamte Versicherungsdauer.
Häufige Fragen
Ist die Sterbegeldversicherung erbrechtlich geschützt?
Ja. Die Versicherungssumme kann speziell auf die Bestattung abgesichert sein und geht nicht in die Erbschaft ein. Das Geld kommt dem Begünstigten direkt zu.
Kann man mehrere Versicherungen abschließen?
Ja, aber es ist nicht sinnvoll. Mehrfachversicherung führt zu Prämienverschwendung. Eine Versicherung mit EUR 15.000 Summe ist meist ausreichend.
Zahlt die Versicherung auch bei Suizid?
Nein, in den meisten Fällen nicht. Die Polizze hat einen Ausschluss für Suizid in den ersten 5 Jahren. Nach 5 Jahren ist Suizid oft versichert.
Kann die Versicherung kündigen?
Nein (in Deutschland). Der Versicherer darf nicht kündigen. Nur der Versicherte kann kündigen.