Was ist eine Waldbestattung?
Eine Waldbestattung ist die Beisetzung der Asche eines Verstorbenen in einem speziell dafür ausgewiesenen Bestattungswald. Im Gegensatz zur klassischen Erdbestattung auf dem Friedhof wird die Urne hier an der Wurzel eines Baumes in den Waldboden versenkt. Die Urne ist biologisch abbaubar und vermodert natürlich.
Diese Bestattungsform ist in Deutschland noch vergleichsweise jung, gewinnt aber stetig an Popularität. Der Grund liegt darin, dass immer mehr Menschen sich eine naturnahe und unkomplizierte letzte Ruhe wünschen — frei von aufwändiger Grabgestaltung und Grabpflege.
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Die Besonderheiten der Waldbestattung:
- Keine Grabbepflanzung: Der Baum ist die Gedenkstätte. Es gibt keine Grabsteine oder Blumenschmuck wie auf klassischen Friedhöfen.
- Naturnahes Grabdenkmal: Der Baum selbst erinnert an den Verstorbenen und wächst über die Jahre weiter.
- Biologisch abbaubare Urne: Die Urne besteht aus natürlichen Materialien und vermodert vollständig im Lauf von zwei bis drei Jahren.
- Pflegefrei: Es gibt keine Gräber zu pflegen oder zu säubern. Die Natur selbst sorgt für die Erhaltung.
- Günstig: Die Kosten sind oft geringer als bei klassischen Friedhofsbestattungen.
FriedWald und RuheForst — Die großen Anbieter
In Deutschland gibt es zwei Marktführer, die sich auf Waldbestattungen spezialisiert haben: FriedWald und RuheForst. Daneben existieren kleinere, regionale Bestattungswälder, die oft von lokalen Forstverwaltungen oder Gemeinden betrieben werden.
FriedWald:
- Größter Anbieter mit über 90 Standorten in Deutschland
- Stark in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg vertreten
- Bietet umfassende Beratung und Betreuung vor Ort
- Kosten für Baumplätze ab ca. 800–1.500 Euro (Einzelbaum) bis 5.000 Euro (Familienbaum)
RuheForst:
- Älterer Anbieter mit etwa 60 Standorten deutschlandweit
- Besonders in Bayern, Baden-Württemberg und Österreich vertreten
- Enge Zusammenarbeit mit Waldbesitzern und Gemeinden
- Ähnliche Preisstruktur wie FriedWald: Baumplätze 800–5.000 Euro
Regionale Alternativen:
Viele Bundesländer und Kommunen haben eigene Bestattungswälder gegründet. Diese sind oft günstiger als die großen Ketten und bieten eine stärkere lokale Verwurzelung. Fragen Sie bei Ihrem Bestattungsunternehmen nach lokalen Möglichkeiten in Ihrer Nähe.
Der Ablauf einer Waldbestattung
Der Prozess einer Waldbestattung folgt immer einem ähnlichen Schema:
1. Kremation: Wie bei allen Urnenbestattungen ist die Kremation (Einäscherung) der erste Schritt. Diese wird in einem Krematorium durchgeführt, nachdem alle erforderlichen Dokumente und Genehmigungen vorliegen.
2. Baumauswahl: Sie oder Ihre Angehörigen wählen einen Baum im Bestattungswald. FriedWald und RuheForst bieten in der Regel an, den Wald zusammen mit Ihnen zu besuchen. Sie können einen bestimmten Baum auswählen oder mehrere Urnen unter einem Familienbaum beisetzen.
3. Trauerfeier im Wald: Viele Möglichkeiten stehen zur Verfügung: Ein formaler Trauergottesdienst mit Pfarrer, eine freie Trauerfeier mit Musik und Reden, oder eine stille Beisetzung mit Familie. Die Waldhütten sind bei Regen überdacht.
4. Beisetzung am Baum: Die Urne wird in ein Loch an der Wurzel des gewählten Baumes versenkt und die Grabstelle mit Erde verschlossen. Anschließend können Blüten oder Grablichter abgelegt werden.
5. Namensschild am Baum: Am Baum wird ein Namensschild angebracht. Dieses trägt meist den Namen und die Lebensdaten des Verstorbenen und dient als dauerhafte Gedenkstätte. Nach etwa 20–30 Jahren verwittern die Schilder — so bleibt nur der Baum selbst als Erinnerung.
Was kostet eine Waldbestattung?
Die Gesamtkosten einer Waldbestattung setzen sich aus mehreren Positionen zusammen. Hier ein Überblick über die typischen Ausgaben:
| Kremation + Bestatter | 1.500–3.000 € |
| Baumplatz (Einzelbaum) | 800–1.500 € |
| Baumplatz (Familienbaum) | 2.000–5.000 € |
| Bio-Urne | 50–300 € |
| Trauerfeier | 200–800 € |
| Gesamtbudget | 3.000–8.000 € |
Die Kosten können regional unterschiedlich sein. Fordern Sie bei Ihrem Bestatter und dem gewählten Anbieter (FriedWald, RuheForst, etc.) immer einen detaillierten schriftlichen Kostenvoranschlag an.
Einzelne Positionen erklärt:
- Kremation + Bestatter: Dies ist der Gesamtpreis für Krematorium und Bestattungsunternehmen. Der Bestatter übernimmt Überführung, Dokumentation und Koordination.
- Baumplätze: Einzelne Baumgräber sind günstiger als Familiengräber, die Platz für mehrere Urnen bieten. Manche Anbieter haben auch Gemeinschaftsbäume zu reduzierten Preisen.
- Bio-Urne: Diese kostet deutlich weniger als Urnen auf Friedhöfen und wird oft vom Bestatter oder Waldanbieter gestellt.
- Trauerfeier: Optional. Kann von 200 bis 800 Euro variieren, je nachdem, ob Sie eine einfache Zeremonie oder eine aufwendige Feier wollen.
Weitere Informationen zu Bestattungskosten finden Sie in unserem Ratgeber zu Bestattungskosten.
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Einzelbaum: Die Urne wird unter einem einzelnen Baum beigesetzt, den nur der Verstorbene nutzt. Dies ist die klassische und häufigste Variante. Der Baum wird zur Gedenkstätte des Einzelnen.
Familienbaum: Unter einem großen Baum haben mehrere Urnen — meist von Familienangehörigen — Platz. Dieser Baum wird zur gemeinsamen Gedenkstätte der Familie. Die Kosten sind höher, aber oft günstiger pro Person als mehrere Einzelbäume.
Gemeinschaftsbaum: Mehrere Verstorbene, die sich nicht kennen, teilen sich einen Baum. Dies ist die günstigste Option und wird von Personen gewählt, die keine große Individualität oder Privatsphäre wünschen.
Sternschnuppenbaum (für Kinder): Viele Bestattungswälder haben spezielle Bäume für Fehl- und Totgeburten sowie sehr kleine Kinder. Diese sind emotionale Orte der Trauer und Erinnerung.
Waldbestattung vs. klassischer Friedhof
- Naturnahes Gedenken — der Baum wächst als lebendiges Denkmal
- Keine Grabpflege erforderlich
- Oft günstiger als klassische Friedhofsbestattung
- Fast überall in Deutschland verfügbar
- Unterstützt Walderhalt und Naturschutz
- Gesellschaftlich voll akzeptiert
- Individuelle Grabgestaltung mit Blumen und Grabstein
- Meist ortsnah und gut erreichbar
- Wettergeschützte Kapelle für Trauerfeiern
- Dauerhafte Kennzeichnung der Grabstelle
- Keine Öffnungszeiten-Beschränkung
- Erdbestattung (ohne Kremation) möglich
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Rechtliche Anforderungen:
- Kremation Pflicht: Waldbestattungen sind nur mit Urnen (Kremation) möglich. Eine Sargbestattung im Wald ist in Deutschland nicht gestattet.
- Bio-Urne: Die Urne muss biologisch abbaubar sein. Metall- oder Kunststoffurnen sind nicht erlaubt.
- Grabruhe: Die Grabruhe (Dauer der Ruhestätte) beträgt typischerweise 20–99 Jahre — je nach Anbieter und Vereinbarung.
- Genehmigung: Waldbestattungen sind in allen Bundesländern zulässig. Lokal gelten die Bestattungsgesetze der Länder.
Praktische Regelungen:
- Öffnungszeiten: Bestattungswälder sind meist von morgens bis zum späten Nachmittag geöffnet. Das Betreten außerhalb dieser Zeiten ist oft nicht gestattet.
- Besuchszeiten: Angehörige können die Grabstelle jederzeit während der Öffnungszeiten besuchen.
- Blumenschmuck: Blumen oder Grablichter dürfen abgelegt werden, werden aber zur Waldpflege entfernt.
- Namensschilder: Nach Ablauf der Grabruhe oder bei Verwitterung werden die Namensschilder entfernt. Der Baum bleibt als Gedenkstätte bestehen.
Umweltaspekte: Waldbestattungen unterliegen strengen Umweltschutzregeln. Die Bestattungswälder müssen zertifiziert sein und dürfen der Ökologie des Waldes nicht schaden.
Häufig gestellte Fragen zur Waldbestattung
Kann ich einen bestimmten Baum auswählen?
Ja, in der Regel können Sie einen Baum nach Ihren Wünschen auswählen. Viele Anbieter laden Sie ein, den Wald zu besichtigen und einen Baum auszuwählen, der Ihnen besonders nahesteht. Manche Wünsche (z. B. ein bestimmter Baum) können aber nicht immer erfüllt werden, wenn der Baum bereits belegt ist oder aus Naturschutzgründen nicht gewählt werden kann.
Wie lange kann ich die Grabstelle besuchen?
Das ist anbieterabhängig, aber typischerweise liegt die Grabruhe bei 20–99 Jahren. Nach Ablauf dieser Frist kann die Urne umgebettet oder der Platz anderweitig genutzt werden. Allerdings bleibt der Baum selbst als Gedenkstätte bestehen.
Ist eine Waldbestattung günstiger als eine Friedhofsbestattung?
In den meisten Fällen ja. Waldbestattungen kosten durchschnittlich weniger, da keine Grabbepflanzung, -reinigung oder aufwendige Grabgestaltung anfallen. Die Ersparnis liegt oft zwischen 500 und 2.000 Euro — je nachdem, welche Leistungen Sie wählen.
Kann ich mehrere Urnen unter einem Baum beisetzen?
Ja, dafür gibt es Familiengräber. Unter einem Baum können meist 2–8 Urnen beigesetzt werden, je nach Baum und Anbieter. So können Familienangehörige zusammen ihre letzte Ruhe finden.
Darf ich die Asche eines Waldbestattungsbaumes streuen?
Nein. Die Asche muss in einer biologisch abbaubaren Urne beigesetzt werden. Die freie Aschestreuung ist in Deutschland an Land nicht erlaubt (nur auf Seebestattungen). Mehr über Seebestattungen.
Wo finde ich einen Bestattungswald in meiner Nähe?
Die beiden großen Anbieter FriedWald und RuheForst haben interaktive Karten auf ihren Websites. Alternativ fragen Sie bei einem lokalen Bestattungsunternehmen nach Waldbestattungen in Ihrer Region. Viele Kommunen haben auch eigene Bestattungswälder.