Der Todesfall eines nahestehenden Menschen ist nicht nur emotional belastend, sondern bringt auch zahlreiche praktische Aufgaben mit sich. In dieser schweren Zeit ist es wichtig, den Überblick über alle notwendigen Schritte zu behalten. Diese umfassende Checkliste wird Ihnen helfen, nichts zu übersehen und die Angelegenheiten systematisch zu regeln.
Das Wichtigste in Kürze
- Erste 24 Stunden: Arzt/Notarzt rufen, Todesbescheinigung ausstellen lassen, Bestatter kontaktieren, engste Angehörige informieren
- Innerhalb von 3 Werktagen: Todesfall beim Standesamt anmelden und Sterbeurkunden beantragen (mindestens 10 Exemplare)
- Bestattungsfrist: Je nach Bundesland nur 24–96 Stunden – der Bestatter koordiniert die Einhaltung
- Erste Woche: Arbeitgeber, Versicherungen, Bank und Versorger benachrichtigen
- Erster Monat: Testament suchen, Erbangelegenheiten klären, Verträge kündigen, Rentenstelle informieren
- Wichtige Dokumente: Personalausweis, Geburtsurkunde, Eheurkunde und Todesbescheinigung bereithalten
Wichtig: Fristen in den ersten 24–48 Stunden
Einige Schritte müssen unmittelbar nach dem Todesfall eingeleitet werden: Die Todesbescheinigung durch einen Arzt, die Benachrichtigung des Bestattungsunternehmens und die Anmeldung beim Standesamt (innerhalb von 3 Werktagen). Die Bestattungsfrist beträgt je nach Bundesland nur 24–96 Stunden – handeln Sie zügig.
Die ersten 24 Stunden nach dem Todesfall
Die ersten Stunden nach dem Todesfall sind am anspruchsvollsten. In dieser Phase müssen Sie schnell entscheiden und handeln, auch wenn Sie unter Schock stehen. Hier sind die wichtigsten Maßnahmen, die Sie unmittelbar ergreifen müssen:
Arzt verständigen oder Notarzt rufen
Ist der Tod zu Hause eingetreten und war der Verstorbene zuletzt nicht in ärztlicher Behandlung, müssen Sie den Notarzt (112) benachrichtigen. Der Arzt stellt die Todesbescheinigung aus, die eine notwendige Grundlage für alle weiteren Schritte ist. In manchen Fällen muss die Polizei oder der Staatsanwalt eingeschaltet werden, etwa wenn der Tod ungeklärt ist.
Nahestehende Personen informieren
Benachrichtigen Sie vertraute Familienmitglieder und enge Freunde persönlich oder telefonisch. Dies ist wichtig, um sicherzustellen, dass die Informationen korrekt weitergegeben werden und die Betroffenen es nicht durch Dritte erfahren.
Bestatter kontaktieren
Der Bestatter ist Ihr wichtigster Ansprechpartner in dieser Phase. Er kümmert sich um die Überführung des Verstorbenen, beratet Sie zu Bestattungsarten und Kosten und koordiniert die erforderlichen Formalitäten. Wenn Sie noch keinen Bestatter haben, können Sie hier einen geeigneten Bestatter in Ihrer Nähe finden. Unser Ratgeber zu den Ersten Schritten im Todesfall bietet Ihnen auch detaillierte Unterstützung.
Todesbescheinigung beschaffen
Die Todesbescheinigung muss vom Arzt ausgefüllt werden. Sie erhalten mehrere Ausfertigungen – mindestens 10 Kopien sind zu empfehlen, da diese für verschiedene Institutionen benötigt werden.
Grundlagen klären
Versuchen Sie, folgende Informationen zu sammeln, die Sie dem Bestatter berichten müssen:
- Vollständiger Name und Geburtsdatum des Verstorbenen
- Familienstand und Staatsangehörigkeit
- Letzte Wohngemeinschaft und Personalausweisnummer
- Gewünschte Bestattungsart (Erdbestattung oder Feuerbestattung)
- Konfession (falls vorhanden) für die Trauerzeremonie
Die erste Woche: Wichtige Formalitäten
Nach den initialen Schockstunden müssen Sie sich um wichtige Behördengänge kümmern. Die meisten dieser Aufgaben sollten innerhalb der ersten Woche erledigt werden.
Anmeldung beim Standesamt
Die Anmeldung des Todesfalles beim zuständigen Standesamt ist eine der wichtigsten Aufgaben. Der Bestatter hilft Ihnen dabei, oder Sie können dies selbst tun. Sie benötigen dafür:
- Todesbescheinigung des Arztes
- Personalausweis oder Reisepass des Verstorbenen
- Abstammungsurkunde oder Geburtsurkunde
- Im Fall einer Ehe: Eheurkunde
- Im Fall einer Scheidung: Scheidungsurkunde
- Im Fall einer Verpartnerung: Lebenspartnerschaftsurkunde
Das Standesamt erstellt die Sterbeurkunde, die Sie in mehrfacher Ausführung erhalten sollten. Diese ist notwendig für alle weiteren Angelegenheiten.
Bestattungsfrist beachten
Die sogenannte Bestattungsfrist ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich und muss eingehalten werden. Sie beträgt:
- 24 bis 72 Stunden in den meisten Bundesländern (z.B. Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg)
- 96 Stunden in einigen Bundesländern
- Ausnahmen möglich bei Religionszugehörigkeit oder Pathologien
Informieren Sie sich bei Ihrem Bestatter oder dem zuständigen Amt über die genauen Fristen in Ihrem Bundesland.
Arbeitgeber und Versicherungen benachrichtigen
Wenn der Verstorbene noch berufstätig war, müssen Sie den Arbeitgeber informieren. Auch alle Versicherungen sollten benachrichtigt werden – insbesondere:
- Krankenversicherung
- Rentenkasse/Rentenversicherung
- Berufsgenossenschaft (falls relevant)
- Private Versicherungen
Bank und Finanzinstitutionen kontaktieren
Machen Sie alle Banken und Finanzinstitutionen auf den Todesfall aufmerksam. Dies ist wichtig, um Konten zu sichern und Klarheit über die finanzielle Situation zu bekommen. Sie benötigen dafür mehrere Sterbeurkunden.
Haushalt sichern
Wenn der Verstorbene allein gelebt hat, sollte sein Haushalt gesichert werden. Dies könnte bedeuten, dass Sie:
- Die Wohnung absperren
- Heizung und Gas prüfen
- Versorgungsunternehmen benachrichtigen (Strom, Gas, Wasser)
- Post weiterleitenden lassen
- Haustiere versorgen oder unterbringen
Der erste Monat: Behördengänge und Dokumente
Nach der unmittelbaren Trauer und den ersten formalen Schritten müssen Sie sich um langfristigere Aufgaben kümmern. Diese sollten alle innerhalb des ersten Monats abgeschlossen sein:
Testament und Erbangelegenheiten
Suchen Sie nach einem Testament oder einem Erbvertrag. Falls vorhanden, sollten Sie es dem zuständigen Amtsgericht mitteilen. Das Nachlassgericht verwaltet dann den Erbprozess:
- Suchen Sie nach dem Testament zu Hause oder fragen Sie den Notar
- Melden Sie das Testament beim Nachlassgericht an
- Beantragen Sie ggf. einen Erbschein, wenn es kein Testament gibt
- Benachrichtigen Sie alle voraussichtlichen Erb:innen
Immobilien und Grundstücke
Wenn der Verstorbene Immobilien oder Grundstücke besessen hat, müssen diese ins Grundbuch eingetragen werden. Dies ist eine wichtige rechtliche Maßnahme, um das Eigentum rechtlich zu sichern. Kontaktieren Sie das Grundbuchamt und den Notar.
Miete oder Hypothek
Falls der Verstorbene noch Miet- oder Hypothekenverträge hatte, müssen diese:
- Dem Vermieter oder der Bank mitgeteilt werden
- Geklärt werden, wer die Schulden übernimmt
- Möglicherweise gekündigt werden (je nach Vertrag)
Rente und Sozialleistungen
Benachrichtigen Sie die Rentenkasse über den Todesfall. Dies ist wichtig, um zu vermeiden, dass Rente zu Unrecht weitergezahlt wird. Für Hinterbliebene können Witwen-, Witwer- oder Waisenrente infrage kommen:
- Kontaktieren Sie die zuständige Rentenstelle
- Fragen Sie nach möglichen Hinterbliebenenleistungen
- Reichen Sie alle erforderlichen Unterlagen ein
Sterbegeldversicherung prüfen
Viele Menschen haben für ihre Bestattungskosten vorgesorgt. Prüfen Sie, ob der Verstorbene eine Sterbegeldversicherung hatte. Diese kann die Bestattungskosten erheblich reduzieren. Die Versicherung sollte benachrichtigt werden und die Leistungen beantragen.
Verträge und Verpflichtungen
Sammeln Sie alle Verträge des Verstorbenen und überprüfen Sie, welche gekündigt oder übertragen werden müssen:
- Versicherungen (Haftpflicht, Berufsunfähigkeit, etc.)
- Verträge mit Mobilfunkbetreibern
- Zeitschriftenabos
- Vereinsmitgliedschaften
- Fitnessstudio- und ähnliche Verträge
Steuererklarung und Steuerermittlung
Der letzte Steuerbescheid des Verstorbenen muss ermittelt werden. Dies ist wichtig für die Nachlassabäwicklung. In einigen Fällen muss eine letzte Einkommensteuererklärung eingereicht werden. Kontaktieren Sie das zuständige Finanzamt.
Schuldenbegleichung
Falls der Verstorbene Schulden hatte (Darlehen, Kreditkarten, etc.), müssen diese aus dem Nachlass bezahlt werden. Dies ist eine wichtige rechtliche Verpflichtung:
- Sammeln Sie alle Schuldscheine und Verträge
- Informieren Sie Gläubiger über den Todesfall
- Begleichen Sie die Schulden aus dem Nachlass
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Hier ist eine Übersicht aller wichtigen Aufgaben, die Sie systematisch abarbeiten können. Drucken Sie diese Checkliste aus und häkchen Sie die Punkte ab, wenn Sie diese erledigt haben:
Erste 24 Stunden
Erste Woche
Erster Monat
Ausführliche Checkliste als PDF
Mit Platz für Notizen – zum Ausdrucken.
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Quellen & Referenzen
- Bundesministerium der Justiz – Rechtliche Pflichten im Todesfall
- Sozialgesetzbuch (SGB) – Leistungen im Sterbefall (SGB V, XII)
- Deutsche Rentenversicherung – Informationen für Hinterbliebene
- Verbraucherzentrale – Checkliste Todesfall: Was ist zu tun?
Stand: März 2026. Wir aktualisieren unsere Inhalte regelmäßig.
Häufig gestellte Fragen zum Todesfall
Wer muss den Todesfall beim Standesamt anmelden?
Der Todesfall muss von den Angehörigen oder dem Bestatter angemeldet werden. In der Praxis übernimmt oft der Bestatter diese Aufgabe, da er über alle notwendigen Unterlagen verfügt. Sie können dies aber auch selbst beim zuständigen Standesamt erledigen. Verwenden Sie dafür unseren Ratgeber zu den ersten Schritten im Todesfall.
Wie lange ist die Bestattungsfrist und was passiert, wenn diese nicht eingehalten wird?
Die Bestattungsfrist beträgt je nach Bundesland 24 bis 96 Stunden. Wenn Sie diese Frist nicht einhalten, drohen Geldbußen. Der Bestatter koordiniert die Bestattung und stellt sicher, dass alle Fristen eingehalten werden. Kontaktieren Sie ihn sofort nach dem Todesfall, damit dieser rechtzeitig eine Bestattung planen kann.
Welche Kosten entstehen bei einem Todesfall?
Die Kosten hängen von der Art der Bestattung, dem Grabmal und weiteren Faktoren ab. Eine Erdbestattung kostet durchschnittlich 4.000 bis 8.000 Euro, eine Feuerbestattung 3.000 bis 6.000 Euro. Hinzu kommen Friedhofsgebühren und Denkmal- oder Grabsteinkosten. Für eine genaue Übersicht empfehlen wir unseren Bestattungskosten-Ratgeber. Wenn der Verstorbene eine Sterbegeldversicherung hatte, können die Kosten gedeckt sein.
Was muss ich mit den persönlichen Gegenständen des Verstorbenen machen?
Die persönlichen Gegenstände sind Teil des Nachlasses und müssen nach dem Testament oder der gesetzlichen Erbfolge verteilt werden. Falls mehrere Erben vorhanden sind, sollten Sie sich auf eine gerechte Aufteilung einigen. In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, einen Makler einzuschalten, besonders bei wertvollen Gegenständen.
Unterstützung in dieser schweren Zeit
Ein Todesfall ist eine der schwierigsten Situationen, die wir im Leben durchmachen müssen. Neben der emotionalen Belastung kommen zahlreiche praktische Aufgaben auf Sie zu. Diese Checkliste soll Ihnen helfen, den Überblick zu behalten und nichts zu übersehen.
Zögern Sie nicht, professionelle Unterstützung zu suchen. Ein erfahrener Bestatter kann Ihnen in dieser schweren Zeit eine große Hilfe sein. Wenn Sie sich unsicher sind, gibt es auch spezialisierte Beratungsstellen und Trauerassistenten, die Sie unterstützen können.
Denken Sie daran, dass in dieser Phase auch Ihre Eigenfürsorge wichtig ist. Nehmen Sie sich Zeit zum Trauern und bitten Sie Familie und Freunde um Unterstützung.